Definition: Antike

Der Begriff Antike geht auf das lateinische „antiquus“ zurückgeht und bedeutet „alt“. Verwendet wird der etymologische sehr allgemeine Begriff speziell für die Kultur des griechisch-römischen Altertums.
Man kann seit dem Mittelalter in Europa eine anwachsende Rezeption der kulturellen Hinterlassenschaft der Antike vermerken. Neben dem philosophischen, d.h. politischen und religiösen Gedankengut wird vor allem das künstlerische, d.h. das Gedankengut der Literatur und bildenden Kunst rezipiert.

Antike zur Klassik- und Renaissancezeit

Höhepunkte der Rezeption der antiken Philosophie zeigen sich in den humanistischen Bestrebungen der Renaissance, der Aufklärung und schließlich auch in der französischen Revolution. Die Rezeption der antiken Kunst erfährt ihren Höhepunkt in der französischen und deutschen Klassik. „Klassisch“ – lateinisch „classicus“: „erstrangig“ – war das, was den antiken Vorbildern entsprach. Man stilisierte die Antike zum ästhetischen Maßstab für Kunst schlechthin. In Deutschland geschah dies vor allem durch Johann Joachim Winckelmann. Er entwarf eine Theorie der antiken Kunst, die für die Goethezeit und teilweise bis heute das Bild der Antike bestimmt. Dieses Bild war geprägt von einem harmonischen und erhabenen Menschenbild, das bereits zur Goethezeit von Heinrich von Kleist und später erst erfolgreich von Friedrich Nietzsche durchbrochen wurde. Hier wurde das antike Menschenbild um seine zwiegespaltene und abgründige Seite, wie man sie beispielsweise in den antiken Dramen vorfindet, ergänzt.

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